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Der wahre Grund, warum ChamÀleons ihre Farbe wechseln

Aktualisiert: 16. Sept.

ChamĂ€leons sind faszinierende Reptilien, die auch gerne als Haustiere gehalten werden. Ihre großen Augen können sich in gegengesetzte Richtungen bewegen und ihr gemĂŒtlicher, wankender Gang sind nur zwei GrĂŒnde, weshalb sie ihren Weg in die heimischen Terrarien geschafft haben. Ihr Aussehen, vor allem die FĂ€higkeit die Farbe zu wechseln, ist ein weiterer. Doch was das anbelangt, gibt es einige MissverstĂ€ndnisse. Ich möchte dir in diesem Artikel verraten, warum ChamĂ€leons ihre Farbe wirklich wechseln. Doch eins nach dem anderen



Es kommt auf die Art des ChamÀleons an

ZunĂ€chst solltest du dir bewusst sein, dass nicht jede ChamĂ€leon-Art in der Lage ist, seine Farbe zu Ă€ndern. ChamĂ€leons kommen nĂ€mlich in den unterschiedlichsten Gebieten vor. Von RegenwĂ€ldern bis hin zu WĂŒsten. Auch in Europa kannst du ihnen in freier Wildbahn begegnen und zwar im SĂŒden Spaniens sowie Portugals. Sie sind zudem auf dem gesamten afrikanischen Kontinent und in Teilen Asiens vertreten.

Auge eines ChamÀleons, das bunt gefÀrbt ist

Das bedeutet, dass es ganz schön viele und vor allem auch die verschiedensten ChamĂ€leons gibt. Ihr Verhalten und Aussehen ist hierbei natĂŒrlich an ihre Umwelt angepasst. Da diese ebenfalls sehr unterschiedlich ausfĂ€llt, gleicht eine ChamĂ€leonart nur selten der nĂ€chsten. Aktuell sind uns ĂŒbrigens 202 verschiedene Arten bekannt!


Unter den ChamĂ€leons, die ihre Farbe wechseln können, zĂ€hlt das PantherchamĂ€leon zu den farbenprĂ€chtigsten. Es lebt auf Madagaskar und die MĂ€nnchen werden ĂŒblicherweise bis zu 55 Zentimeter groß. Je nachdem aus welcher Region diese Reptilien stammen, sind sie in ihrer Grundfarbe besonders bunt, grĂŒn oder gar grau. Weibchen und MĂ€nnchen unterscheiden sich ĂŒbrigens nicht nur in Hinblick auf ihre GrĂ¶ĂŸe, sondern auch der Körperfarbe.


Warum wechseln ChamÀleons ihre Farbe?


Und nun kommen wir zur allentscheidenden Frage: Warum wechseln ChamĂ€leons ĂŒberhaupt ihre Farbe? Lange Zeit wurde angenommen, dass das einzig und allein mit der Tarnung in Verbindung steht. Es handelt sich hierbei schließlich nicht um die schnellste aller Reptilienarten. Somit können die Tiere Fressfeinden leicht zum Opfer fallen.


Doch nach weiteren Beobachtungen und einer intensiveren Erforschung der ChamĂ€leons stellte sich heraus, dass das nicht der einzige Grund ist. In der Tat ist es so, dass die Tarnung nur einen kleinen Bereich des Farbwechsels ausmacht. Wie Farbe eingesetzt wird, hĂ€ngt zudem von der ChamĂ€leon-Art ab. Es gibt allgemein die folgenden GrĂŒnde, weshalb ChamĂ€leons ihre Farbe wechseln:

  • Regulierung der Körpertemperatur

  • Kommunikation mit Artgenossen

  • Ausdruck des physiologischen Zustands

  • Schutz vor Fressfeinden (Tarnung)

Ich möchte zum besseren VerstĂ€ndnis nun auf jeden dieser kurz eingehen. Was auf dein Haustier speziell zutrifft, erfĂ€hrst du am besten in entsprechenden FachbĂŒchern.


Regulierung der Körpertemperatur


Da ChamĂ€leons wechselwarm sind, hilft ihnen das VerĂ€ndern ihrer Farbe dabei, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Eine dunklere Körperfarbe absorbiert Licht und wĂ€rmt die Tiere auf, wĂ€hrend eine hellere Haut fĂŒr AbkĂŒhlung sorgt.


Kommunikation mit Artgenossen


Trifft ein ChamĂ€leon auf ein anderes, bleiben ihnen nur wenige Möglichkeiten zur Kommunikation. Ein Gesichtsausdruck ist fĂŒr sie nicht möglich, generell verzichten diese Reptilien auf die Körpersprache und auch ein Mitteilen ĂŒber Laute gelingt ihnen nicht. Um sich dennoch verstĂ€ndigen zu können, wechseln sie schlicht ihre Farbe.


Ausdruck des physiologischen Zustands

Um ihren GefĂŒhls- sowie körperlichen Zustand auszudrĂŒcken, nutzen ChamĂ€leons vor allem dunkle und helle Farben. Erstere weisen in der Regel darauf hin, dass etwas nicht stimmt. Das Tier fĂŒhlt sich gestresst, dann kommen dunklere Farben zum Einsatz. Ist das Tier krank oder fĂŒhlt sich bedroht, kommen vor allem im Halsbereich schwarze Flecken zum Vorschein. GrĂŒn, Rot und Blau deuten hingegen auf Erregung hin. Neutrale Farben geben wiederum zu verstehen, dass dein Haustier entspannt ist. Das hĂ€ngt aber wie gesagt von der Art des ChamĂ€leons ab.


Schutz vor Fressfeinden – Tarnung

Der Bradypodion taeniabronchum gehört zu den wenigen ChamĂ€leons, die ihre FĂ€higkeit die Körperfarbe zu Ă€ndern, aktiv zur Tarnung einsetzt. Es geht hierbei sogar so ausgeklĂŒgelt vor, dass es seine Tarnung der Sicht seines JĂ€gers anpasst. Schlangen und Raubvögel nehmen ihre Umwelt beispielsweise sehr unterschiedlich wahr. Das weiß diese ChamĂ€leon-Art geschickt zu nutzen.


Doch wie Àndern ChamÀleons ihre Farbe?


Ein buntes ChamÀleon blickt auf einem Ast sitzend vor einem braunen Hintergrund in Richtung Kamera

ChamĂ€leons besitzen zwei ĂŒbereinanderliegende Hautschichten. Die obere Schicht besteht aus einem Guanin-Nanokristall-Gitter. Der Abstand zwischen den Nanokristallen kann durch das Erweitern oder Zusammenziehen des Gitters verĂ€ndert werden, was sich wiederum darauf auswirkt, welche WellenlĂ€ngen des Lichts durch die Haut hindurchdringen oder von dieser reflektiert werden.


Wird das Gitter erweitert, können lĂ€ngere WellenlĂ€ngen durchdringen. In einem entspannten Zustand sind somit Blau und GrĂŒn zu sehen. Wird das Gitter verengt, werden diese WellenlĂ€ngen hingegen reflektiert und beispielsweise Rot, Gelb und Orange sind zu erkennen.


Zudem besitzt die Haut des ChamĂ€leons gelbe Pigmente. Werden diese in einem entspannten Zustand mit dem reflektierten Blau kombiniert, entsteht die charakteristische grĂŒne ChamĂ€leon-Farbe. Wie bereits zuvor erwĂ€hnt, besitzen die verschiedene Arten jedoch unterschiedliche Farben. WĂ€hrend die in RegenwĂ€ldern lebenden Reptilien zumeist krĂ€ftigere und buntere FarbschlĂ€ge aufweisen, sind die WĂŒsten- und Savannenbewohner zumeist eher schlicht und brĂ€unlich.

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