• Victoria

Ein Gecko an der Wand – Die sonderbaren Füße dieser Echsen

Aktualisiert: 5. Sept.

Geckos haben faszinierende Eigenschaften, die sie Unglaubliches leisten lassen. Scheinbar mühelos klettern sie Wände empor und hängen sogar kopfunter an der Decke. In ihren Heimatländern sind sie oft gerne gesehen.


Nicht nur aufgrund dieser beeindruckenden Fähigkeit. Geckos verspeisen lästige Mücken und gelten selbst teils als Delikatesse. Hierzulande werden sie hingegen als Haustiere gehalten. Doch warum können diese Echsen so gut klettern?


Die Antwort steckt in den Füßen


Viele Tiere können klettern, doch kaum eines schafft es, wie der Gecko, Glasscheiben hinaufzuwandern. Sie müssen sich hierbei noch nicht einmal groß anstrengen. Ob vertikal oder senkrecht, das Laufen bereitet diesen Reptilien zu keinem Zeitpunkt Probleme.


Wie das sein kann, wird schon lange erforscht – nicht zuletzt aus Eigeninteresse der Menschen. Stell dir die Möglichkeiten vor, die diese Gabe bietet! Spezialkleber wurde unter anderem nach dem Vorbild des Geckos erschaffen.

Ein leuchtend grüner Taggecko steht kopfüber auf einer Bambusstange

Zunächst wurde davon ausgegangen, dass die Antwort ganz allein auf die sonderbaren Füße des Geckos zurückzuführen ist. Wenn du dir diese unter einem Mikroskop ansiehst, dann erkennst du viele kleine Härchen.


Von weiter weg betrachtet bilden diese eine Art Lamellenmuster. Das ermöglicht einen viel besseren Griff, als wenn die Füße eine glatte Oberfläche hätten.


Dieses Phänomen wird als Van-der-Waals-Kraft bezeichnet. Diese Kräfte wirken, wenn die Atome oder Moleküle zweier Oberflächen sehr nah aneinander kommen. So entwickelt sich eine stärkere Anziehungskraft, die eine Klebewirkung hat. Das zumindest war die Theorie, die bis vor ein paar Jahren die eigenartige Fähigkeit der Geckos erklärte.


Der Gecko – Ein elektrisch geladenes Tier

Kanadische Forscher der University of Waterloo haben jedoch herausgefunden, dass die intermolekularen Kräfte nur Teil der Geschichte sind. Viel entscheidender, so behaupten sie, wäre die elektrische Ladung. Diese wirkt ähnlich wie beim Luftballon, der erst an einem Pulli gerieben und dann an die Haare gehalten wird.


Ein Gecko schleckt sich mit der Zunge über das Auge

Wenn eine Oberfläche negativ und eine andere positiv geladen ist, dann ziehen sich diese gegenseitig an. Auch hierdurch entsteht eine Art Klebewirkung. Die Wissenschaftler wollten wissen, ob eine entsprechende Ladung auch bei Geckos gegeben ist.


Bei ihrem Versuch maßen sie die elektrische Ladung von Geckofuß und verschiedener Oberflächen.

Tatsächlich luden sich die Härchen auf den Füßen der Geckos bei den Materialien stärker auf, an denen Geckos besser haften können. Somit spielt nicht nur die Beschaffenheit der Füße, sondern auch diese physikalische Kraft eine entscheidende Rolle.


Noch hinzu kam, dass die Füße auf dem Material sogar besser hafteten, bei dem die Van-der-Waals-Kraft geringer war. Die elektrische Ladung war somit wichtiger, als die Anziehungskraft der Atome. Dieses Ergebnis lässt uns natürlich nicht in Ruhe. Zum einen staunen wir nun noch mehr über die Fähigkeiten unserer Haustier-Geckos, während sie das Terrarium emporlaufen. Zum anderen können wir auf tolle Erfindungen hoffen. Wer weiß, vielleicht werden wir bald mit unseren Echsen um die Wette klettern?

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