• Richard

Tiere in Sozialen Medien – Ein Grund zur Sorge?

Pet-Influencer sind schon lange keine Seltenheit mehr. Unsere Lieblinge erobern die Sozialen Medien nicht nur als Sidekicks für unsere, sondern mit ihren ganz eigenen Profilen. Hinzukommen noch lustige Tiervideos und sogar Kanäle, die bewundernd von Quälereien an Tieren berichten. Doch kann es sein, dass auch wir in den Sozialen Medien die Schwelle des Guten überschritten und uns in den Bereich der Tierquälerei begeben haben?


Soziale Medien und Wildtiere


Eine Studie von Stiching SPOTS und der Saxion University of Applied Sciences¹ hat die Nachteile von Wildtieren in Sozialen Medien hervorgehoben. Sie zeigt auf, dass es für die meisten Menschen nicht möglich ist, mit wilden Tieren in Kontakt zu treten. Videos und Fotos, bei denen eine Interaktion zwischen Wildtieren und Menschen stattfindet, verstärken diesen Wunsch jedoch. Im Fokus der Studie standen Raubkatzen, die in der Natur aus gutem Grund die Nähe des Menschen meiden – und andersherum übrigens auch.


Je nachdem wie Wildkatzen dargestellt werden, verändert sich laut Stiching SPOTS unsere Wahrnehmung dieser Tiere. Wir empfinden sie als weniger bedrohlich und sehen sie im Extremfall sogar als geeignete Haustiere an. Was Gefahren der Ausbeutung von Wildtieren angeht, werden wir hingegen immer blinder.


Die Studie zieht die Medien, ob sozial oder traditionell, in die Verantwortung und wünscht sich Gegenkampagnen. Diese zeigen dahingehend Wirkung, die moralischen Bedenken der Menschen zu stärken und in Zukunft mögliche unnötige lebensbedrohliche Interaktionen zwischen Mensch und Tier zu verhindern.


Ein kleines Mädchen umarmt einen Löwen - Interkation zwischen Mensch und Wildtiere wie in den Sozialen Medien

Der Kampf um die Aufmerksamkeit


Dass Soziale Medien wie eine Sucht wirken, vermuten viele von uns schon lange. Dass es der Wahrheit entspricht, wurde von einer Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems² belegt. Bei Verzicht kommt es zu Entzugserscheinungen. Doch warum ist dem so? Das liegt in der Psyche des Menschen sowie der Konzipierung von Netzwerken wie zum Beispiel Facebook. Ein „Gefällt mir“ zu erhalten, löst wahre Glücksgefühle aus. Dopamin wird ausgeschüttet, welches dasselbe Hormon ist, das auch bei anderen Süchten eine wichtige Rolle spielt.


Bei täglich mehr als 1,48 Millarden³ Instagram-Nutzern weltweit ist es jedoch schwer, sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Da werden Influencer kreativ und lassen sich immer verrücktere Dinge einfallen. Handelt es sich hierbei um ein Haustier als Instrument zum Erfolg, so kann das in Tierquälerei übergehen. Katzen und Hunde werden geschminkt, in Kostüme gesteckt und müssen Kunststückchen aufführen. Was lustig aussehen mag, bereitet den Tieren nur selten eine Freude.


Die offensichtliche und gewollte Tierquälerei


Im Internet zeigen sich auch die dunklen Seiten der Menschheit. Darunter sind Videos und Fotos zu finden, bei denen zu sehen ist, wie Menschen Tieren absichtlich Leid zufügen. Zwar verstoßen sie gegen die Geschäftsbedingungen der gängigen Plattformen, doch entsprechende Inhalte werden nur selten gelöscht. Zu diesem Entschluss ist die Welttierschutzgesellschaft gekommen, nachdem von hunderten von gemeldeten Beiträgen kein einziger entfernt wurde.


Dass im Dark Web so einiges an Unfug und Schlimmeren getrieben wird, ist uns bewusst. Doch dass wir auch bei den als seriös geltenden Sozialen Medien mit diesen Themen konfrontiert werden, wissen nur die wenigsten. Dabei ist es so leicht, durch einen Algorithmus auf entsprechende Inhalte gelenkt zu werden. Erkennen wir diesen dann auch als das, was er tatsächlich ist?


Die drei Arten der Tierquälerei in Sozialen Medien


Die Welttierschutzgesellschaft unterscheidet zwischen drei Formen der Tierquälerei in Sozialen Medien:


Eindeutiges Tierleid sind Inhalte, die deutlich als Tierquälerei zu erkennen sind. Das schließt unter anderem die Gewalt an Tieren, der vermeidbare Kontakt mit Wildtieren und die Darstellung von Tieren in Not zur Belustigung ein.


Der Tierleid-Verdacht ist weniger eindeutig als Tierqual zu erkennen. Es fehlt in diesem Zusammenhang der Kontext, der die Tierquälerei als solche ausweisen würde.


Als Vorstufe zum Tierleid wird der Fehlende Respekt genannt. Was als respektlos gilt, liegt im Auge des Betrachters. Eine Darstellung, die unsere Wahrnehmung von Tieren verändern soll, ist jedoch ein guter Ansatzpunkt.


Dem Leid von Tieren in Sozialen Medien keine Plattform bieten


Tiere sind eine Bereicherung unseres Lebens. Sie verdienen es, als eigenständige Wesen angesehen zu werden, die genau wie wir Menschen ein Recht auf Freiheit sowie ein leidloses Dasein verdienen. Ein Verbreiten von Inhalten, die einen respektlosen Umgang mit Tieren aufzeigt, bietet diesen Machenschaften nur noch mehr Raum. Deshalb ist es wichtig, entsprechende Posts nicht weiterzuleiten oder zu liken. Immer, wenn die Frage aufkommt „Warum hat Herrchen/Frauchen dem Tier nicht geholfen, sondern lieber die Kamera gezückt?“ ist das Vermeiden ähnlicher Inhalte angebracht.



Quellen:

  1. https://lionpetting.com/einfluss-von-medien-auf-die-menschliche-wahrnehmung-von-wildtieren/

  2. https://gesund.co.at/studie-belegt-social-media-wirken-wie-suchtmittel-34312/#Social-Media-Sucht

  3. https://de.statista.com/themen/2506/instagram/#dossierKeyfigures

  4. https://www.rnd.de/panorama/tierleid-kritische-inhalte-werden-bei-tiktok-instagram-und-youtube-nicht-geloescht-XMW7OKUO3BCRFMH4TA26XLC46I.html

  5. https://welttierschutz.org/stoppt-tierleid/leitfaden-tierleid/



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