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Können Tiere Liebe empfinden?

Dass Halter ihre Haustiere über alles lieben, ist unumstritten. Doch lieben uns unsere Tiere ebenfalls? Oft haben wir den Anschein, dass dem so sei. Aber nur, weil wir das denken, muss es noch lange nicht wahr sein. Vielleicht bilden wir es uns einfach ein. Schließlich möchten wir, dass unsere uneingeschränkte Liebe auch erwidert wird. Was wirklich stimmt und ob man das überhaupt in Erfahrung bringen kann, möchten wir nun besprechen.


Eine Theorie darüber, was Liebe ist


Zunächst müssen wir uns im Klaren sein, was wir überhaupt unter Liebe verstehen. Laut der altgriechischen Philosophie gibt es mehrere Arten der Liebe. Zum einen Eros, die leidenschaftliche Liebe, zum anderen Philia, die freundschaftliche Liebe, Agape, die bedingungslose Liebe, und mehr. Es ist also gar nicht einmal so leicht, ein einheitliches Verständnis zum Begriff Liebe zu finden. Für jeden kann in verschiedenen Beziehungsarten Liebe etwas Anderes bedeuten.


Dass wir mit unseren Haustieren keine (gegenseitig geltende) leidenschaftliche Liebe aufbauen, ist gegeben. Es wäre somit eher Philia, was uns verbindet. Doch woher stammt die Liebe überhaupt? Hierzu habe ich meine ganz eigene Theorie.


Lebewesen, die nach der Geburt Hilfe benötigen, entwickeln zu denjenigen, die ihnen diese geben, eine besondere Beziehung. Diese stellt sicher, dass sich um sie gekümmert wird und ihr Überleben gesichert ist. Das bedeutet, dass meiner Theorie nach all die Tiere, die „fertig“ auf die Welt kommen, keine Liebe benötigen.


Vor allem Reptilien wie Schlangen aber auch andere Tierarten wie Spinnen werden somit keine Liebesbeziehung im Sinne der freundschaftlichen oder elterlichen zu Artgenossen oder anderen Lebewesen eingehen. Es handelt sich hierbei sowohl im Jungtier- als auch Erwachsenenalter auch um Einzelgänger, die zumeist nur zur Paarungszeit Artgenossen aufsuchen.


Tiere, die hingegen von klein auf oder zumindest als Jungtiere auf die Hilfe anderer angewiesen sind, werden anfangen, andere zu lieben. Handelt es sich auch nach dem Erwachsen werden um soziale Wesen, dann ist diese Liebe noch komplexer, wenn nicht gar stärker ausgeprägt.


Welche Tiere können Liebe empfinden?

Ich bin somit der Meinung, dass viele unserer gängigen Haustiere Liebe empfinden können. Säugetiere wie Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Ratten stehen ganz oben auf der Liste der Tiere, die lieben. Aber auch Vögel und einige Fische gehören zu den Tieren, die soziale Bindungen eingehen, um für ihren Nachwuchs sowie ihre Artgenossen zu sorgen. Wer schon einmal Agaporniden dabei beobachtet hat, wie sie ihren Kindern die Welt zeigen, hat hieran keine Zweifel.


Liebe ist das, was uns gemeinsam stark macht. Diese Tiere und auch wir Menschen benötigen schließlich andere, um zu überleben. Beim Hamster mag das zwar nur im jungen Alter der Fall sein, doch auch dieser hat Liebe erfahren und ist in der Lage, sie anderen gegenüber zu empfinden.


Lieben Haustiere ihre Halter?


Demnach könnte das Motto lauten: Ich liebe dich, weil du dich um mich kümmerst. Doch auch andersherum ist die Liebe gegeben: Ich kümmere mich um dich, weil ich dich liebe.


Wer das Vertrauen eines Tieres gewinnt, das der Liebe fähig ist, wird diese ebenfalls entgegengebracht bekommen. Genauso, wie wir uns um unsere Haustiere kümmern, werden diese anfangen, sich um uns zu kümmern. Sie lieben uns und drücken diese Liebe auf ihre Weise aus.



Leider sind Menschen nicht immer in der Lage, diese Art und Weise richtig zu deuten. Ein Hund, der seine Liebe durch das Verteidigen seines Menschen gegen andere ausdrückt, kann als Problemhund abgestempelt werden. Dabei hat er aus seiner Sicht nichts falsch gemacht. Er liebt seinen Halter und möchte ihn beschützen. Dass dieser Schutz in den allermeisten alltäglichen Situationen nicht benötigt wird, wurde diesem Hund nicht artgerecht verständlich gemacht.


So kannst du die gegenseitige Liebe aufrechterhalten

Es ist also nicht immer leicht, eine Beziehung einzugehen. Das ist Zwischenmenschlich genauso der Fall, wie zwischen Mensch und Tier. Letzteres wirft noch weitere Probleme in den Raum. Unsere Haustiere kommunizieren anders mit uns, als wir es als Menschen gewohnt sind. Wir lernen zwar oft gewisse Dinge zu deuten, doch manchmal vermenschlichen wir das Verhalten unserer tierischen Mitbewohner zu sehr.


Damit die Beziehung zu deinem Tier eine liebevolle wird, ist und bleibt, musst du dich mit dem Tier beschäftigen. Bringe so viel es geht über dein Haustier in Erfahrung. Wie kommuniziert deine Katze mit dir? Was möchte sie mit dem Zucken ihres Schwanzes mitteilen? Was bedeutet es, wenn dein Papagei unaufhörlich schreit? Was möchte er dir hiermit mitteilen?


Nur, wenn du dich so gut es geht in dein Haustier einfühlen und dieses artgerecht verstehen kannst, wirst du dich um dieses kümmern können, sodass es dich ebenfalls lieben kann. Über manche Tiere wissen wir leider nicht so viel, wie über andere.


Doch auch bei zum Beispiel Geckos ist es wichtig, so viel wie möglich in Erfahrung zu bringen. Sie mögen zwar zu den Reptilien gehören, die meiner Meinung nach keine Liebe im oben angerissenen Sinne empfinden können. Doch auch sie werden dir deine artgerechte Haltung hoch anrechnen.

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